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Polaroid 104 – non-invasive Batteriemodifikation

Prolog

Vor ungefähr 2 Monaten habe ich auf eBay eine wunderbar erhaltene Polaroid Automatic 104 für 17 € ersteigert. Zusammen mit der Polaroid SX-70 Sonar, die ich kurz zuvor ersteigert hatte, wollte ich mich zurück in die Welt der Sofortbildfotografie begeben. Mit der SX-70 war das auch kein Problem. Ein PX70 Colorshade Integralfilm war schnell gekauft und die Kamera in Betrieb.

Bei der 104 sollte sich die Inbetriebnahme als etwas schwerer erweisen…

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PentaconLB2

Produktfotografie zu Hause

Nach langer Zeit malwieder ein Blogeintrag von mir – und ein HowTo noch dazu… Weihnachten und Neujahr in einem sozusagen.

Heute geht es mir um Bilder, die überall  in Onlinekatalogen kursieren.
Produkte, die halb schräg vor weißen Hintergrund abgelichtet sind.

Wie macht man sowas „professionell“?

Es gibt für die Produktfotografie mehrere Möglichkeiten, meistens werden Lichtzelte oder Still-Live Tische in Kombination mit mit mehreren Lichtanlagen benutzt. Dem Preis sind hierbei nach oben keine Grenze gesetzt.

Was kann man „zu Hause“?

„Freischwebende“ Objekte mit perfekter Ausleuchtung werden in meinem Definitionsrahmen sehr schwer.
Jedem sollte bewusst sein, dass man ohne die entsprechende Hardware keine Wunder vollbringen kann.

Was will ich?

Die Aufgabenstellung ist einfach beschrieben:
„Erziele ein präsentables Produktfoto und setze dabei keinerlei Geld ein.“

Das präsentable Ergebnis sollte ähnlich dieser Aufnahme einer Sony Cybershot sein:


(Quelle: Thommy Weiss / pixelio.de)

Schritt 1: Die Idee

Ich muss das Bild als erstes analysieren. Was sagt mir persönlich zu, was nicht?

Mir gefällt die leicht schräge Perspektive in der aufgenommen wurde.
Mir gefällt nicht, dass das Licht von hinten kommt und somit einen großen Schlagschatten nach vorne wirft, mir gefällt auch nicht, dass die Kamera im Bild nach unten links zeigt.

Soweit so gut.

Schritt 2: Das Material

Wie  in der Aufnahme zu sehen ist, gibt es dort eine glatte, feinporige weiße Unterlage. Ich tippe mal ganz frech auf die Gefahr hin, dass ich mich böse täusche, auf einen Still-Live Tisch. Ausserdem wirken 2 Lichtquellen: Eine Starke von (frontal gesehen) rechts oben und eine Schwache von vorne.

Schritt 3: Die Wühlparty

Wie kann ich jetzt den gewünschten Effekt erziehlen?
Ich habe mir einfach mal ein Bettlaken genommen. Grobporig, weiß. Da es gefaltet im Schrank lag, habe ich das erstmal gebügelt um die Falten etwas zu minimieren.

Als Licht habe ich mich entschieden einfach die Raumbeleuchtung bestehend aus einem Deckenstrahler für indirektes Licht und meiner Halogendeckenlampe für hartes Spotlight zu benutzen.

Schritt 4: Let’s Roll!

Ich habe die ganze Session am Abend gemacht um zu verhindern, dass störendes Tageslicht die Aufnahme beeinflusst. Einfaches Abdunkeln sollte es hier aber auch tun.
Das gebügelte  Laken habe ich auf meinem Schreibtisch über meinen Monitor gelegt und auf dem Tisch davor abfallen lassen. So erziehlt man eine weiche Kurve, die das Licht gut bricht – für die mathematisch Begabten: Von der Seite sollte das Laken so ähnlich aussehen wie eine Potenzfunktion.

Zum Schluss habe ich das Licht angemacht.

Schritt 5: Das Produkt

Als Objekt der Begierde habe ich mir „Dagmar“ ausgesucht. Dagmar ist eine Pentacon Praktica LB2.
Die Kamera habe ich leicht schräg auf dem Laken positioniert und darauf geachtet, dass im Bildausschnitt kein „unschöner“ Schlagschatten auftritt.

Schritt 6: Action!

Für die eigentliche Fotografie benutze ich „Ophelia“, meine EOS 450D mit Kit-Objektiv.
Die Kamera habe ich auf dem Stativ etwas über der Praktika positioniert und so ausgerichtet, dass sie in einem Winkel von etwa 60° zum Tisch steht. Als Einstellungen habe ich eine Blende von f6,3 bei ISO 200 und einer Belichtungszeit von 1/2 Sekunde gewählt.

Das Ergebnis…

…habe ich noch etwas in Photoshop bearbeitet, hauptsächlich Farbton und Farbe angepasst und den Hintergrund noch etwas „gebleicht“:

Wie man es nicht macht…

…zeigt diese Aufnahme, die bei einfallendem Tageslicht und mit faltigem Bettlaken entstanden ist:

Es existieren hier mehrere Schlagschatten und als ob das nicht schon schlimm genug ist, gibt es auch noch 2 verschiedene Farbtemperaturen; Tageslicht von rechts und Warmlicht von oben. Da kann auch Photoshop nichtmehr viel retten.

-kwT.